Call for Papers: Embedded Digitalities
21. Juli 2017
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Embedded Digitalities

Kommissionstagung der DGV-Kommission Digitalisierung im Alltag

5.-7.4.2018 am Seminar fuer Kulturwissenschaft und Europaeische Ethnologie der Uni Basel

in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft fuer Volkskunde und Tsanta, der Zeitschrift der Schweizerischen Ethnologischen Gesellschaft

Seit der Gruendung der DGV-Kommission Digitalisierung im Alltag im Jahr 2011 werden in den von ihr organisierten Tagungen Debatten um kulturanalytische Fragen zu Digitalisierung und Digitalitaet gefuehrt. Bisher stand dabei vor allem die Ergruendung des weiten Feldes und der spezifischen Logiken digitaler Phaenomene im Vordergrund: so beispielsweise mit den Themen Konzepte und Theorien der Digitalisierung (2014), Digitale Praxen (2015) und (H)acktivismus und Partizipation? Zur Frage nach der politischen Dimension des Digitalen (2016).

Inzwischen laesst sich beobachten, dass Forschende in allen gegenwaertig relevanten kulturwissenschaftlich/-anthropologischen Forschungsfeldern mit digitalen Phaenomenen, Prozessen oder Infrastrukturen konfrontiert sind und die Digitalisierungsforschung aus der Nische einer Subdisziplin heraustritt. Mit dem zentralen Fokus der Tagung 2018 auf das Thema Einbettungen macht die Kommission diese Entwicklung explizit zum Thema. Das Digitale wird als eine relationale Konstruktion in den Blick genommen und es soll gezielt nach den verschiedenen Weisen gefragt werden, in denen digitale Medien, Technologien, Ideologien, Infrastrukturen etc. eingebunden sind.

Wir laden dafuer alle Interessierten herzlich zu Beitraegen ein, die anhand konkreter Forschungen und auf der Grundlage unterschiedlicher theoretischer und methodischer Zugaenge die sozialen und oekonomischen, politischen und kulturellen Einbettungen digitaler Situationen, Praxen, Prozesse, Infrastrukturen reflektieren und daraufhin befragen, welche Relevanz das Digitale in den Verflechtungen von Forschungssituationen entfaltet, welche Macht dabei ausgeuebt wird, welche Handlungspotentiale eroeffnet oder auch geschlossen werden, wie sich dabei agency verteilt oder Komplizenschaften generiert.

Einbettung kann dabei auf unterschiedliche Weise gefasst werden:

  1. Konzepte dessen, was als Digitalisierung verstanden wird, sind disziplinaer und in englisch-, deutsch- und franzoesischssprachige Diskurse unterschiedlich eingebettet. Was unterscheidet diese Einbettungen konkret, wo koennen sie sich produktiv ergaenzen und was hat sich dabei in den letzten Jahren der Digitalisierungsforschung veraendert?
  2. Aufgrund der Allgegenwart von digitalen Medien in allen Lebensbereichen, sind digitale Technologien und Ideologien unvermeidlich auch Teil verschiedenster Gegenstaende, die fuer die kulturwissenschaftlich/-anthropologische Forschung von Bedeutung sind. Wie lassen sich dabei Stellenwert bzw. Relevanz digitaler Mechanismen in Forschungssituationen bestimmen? Wie ist das Digitale eingebettet in die sozialen Welten, die untersucht werden? Wie interagiert es mit verschiedenen sensorischen, atmosphaerischen und materiellen Elementen? Wie wirkt die Logik digitalen Denkens in bits und Datenbanken bzw. eine Sprache der Digitalisierung durch die Uebertragung von Begriffen und Metaphern in nicht technologisch digitalisierte Sprache zurueck? Inwieweit kann auch ein non-digital-centric approach (Pink 2016) der Allgegenwaertigkeit des Digitalen gerecht werden? Was bedeutet das fuer die moeglichen Ergebnisse?
  3. Und schliesslich haben die technologischen Veraenderungen in der Wissensarbeit auch die Praxen des Forschens selbst veraendert. Wie genau interagieren dabei verschieden mediatisierte Kontakte mit GespraechspartnerInnen; wie computergestuetzte Methoden der Dokumentation, Ordnung und Auswertung von Forschungsdaten mit Forschungspraxen ohne digitale Technologien? Wie sind konventionelle wissenschaftliche und digitale Publikationspraxen in Forschungsdesigns miteinander verflochten? Welche Erfahrungen gibt es mit Anwendungen bzw. Entwicklungen eigener Forschungssoftware, mit digitalen Impulssetzungen oder direkten Interventionen in sozialen Feldern, die untersucht werden? Welche Art von Ergebnissen koennen dabei erzielt werden?

Abstracts von max. 1500 Zeichen bitten wir mit wissenschaftlicher Kurzbiographie und kurzen Erlaeuterungen zu Ihren Arbeitsschwerpunkten bis 30.9.2017 anmoritz.dolinga@stud.unibas.chzu senden.

Fuer weitere Informationen zur Tagung stehen Ihnen die OrganisatorInnen am Seminar fuer Kulturwissenschaft und Europaeische Ethnologie der Universitaet Basel gern zur Verfuegung.

Fragen richten Sie bitte an:
ina.dietzsch@unibas.ch

Tel.: 0041 61 207 18 59/1241 oder 1242.
oder auf Englisch an David Bozzini:
david.bozzini@unibas.ch

Zu Fragen an die Kommission nehmen Sie bitte mit einer der Sprecherinnen Kontakt auf, deren Kontaktdaten sie unter:http://www.goingdigital.de/mitglieder/finden.
Die Tagung wird in Deutsch und Englisch ausgetragen.

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und ueber rege Beteiligung.